Drittes Auge öffnen – Der Weg der Erkenntnis

Das Dritte Auge ist ein Chakrapunkt (Stirnchakra) in unserem feinstofflichem Körper, der Erkenntnis, Klarheit, Wahrnehmung und eine ausgeprägte Vorstellungskraft ineinander vereint. Durch das bewusste Arbeiten mit diesem Energiezentrum treten vermehrt Momente tiefer Einsicht ein, welche letztendlich zu Weisheit führen.

Du siehst die Dinge aus einer neuen, viel umfassenderen Sicht, weshalb wahrscheinlich auch der Begriff „das dritte Auge“ entstanden ist. Denn eigentlich ist es genau das. Deine gesamte Wahrnehmung verändert und vor allem erweitert sich, so als hättest du plötzlich ein neues Auge, einen neuen Blickwinkel.

Das Dritte Auge und die Zirbeldrüse

drittes-auge-wahrnehmungWenn von dem Öffnen des dritten Auges oder der Aktivierung der Zirbeldrüse gesprochen wird, ist meistens das Selbe gemeint. Das dritte Auge und die Zirbeldrüse stehen in direktem Zusammenhang miteinander, wobei die Zirbeldrüse als körperliches Gegenstück zum feinstofflichem dritten Auge agiert.

Ich sehe es so: äußere Einflüsse (Ernährung, Umwelt, …) wirken auf die Zirbeldrüse, und innere Einflüsse (Geisteshaltung, Glaubenssätze, …) wirken auf das dritte Auge bzw. das Stirnchakra. Letztendlich wirken jedoch beide aufeinander, was eine direkte Trennung schwierig macht.

In meinem Artikel zur Entkalkung und Aktivierung der Zirbeldrüse gehe ich vor allem auf die äußeren Einflüsse ein. Hier möchte ich auf die inneren Einflüsse und die damit verbundene, spirituelle Praxis eingehen.

Eine offener und freier Geist

Wenn du dich mit deinem dritten Auge beschäftigst, wirst du womöglich Erfahrungen machen, die du nicht mit dem erklären kannst, was du bereits kennst. Du wirst außerdem von Dingen loslassen müssen, an denen du festhältst. Das können vergangene Erfahrungen, (Denk-)Gewohnheiten, Begierden, Menschen oder anderes sein. Alles was du festhältst, hält dich fest.

Ein offener und freier Geist, der bereit dazu ist, Neues zu entdecken und Altes loszulassen, ist daher äußerst wichtig. Ansonsten verstrickst du dich auf dem Weg nur in weitere Illusionen und endest in Sackgassen.

Du kennst vielleicht das Gleichnis vom Meister und seinem Schüler. Der Schüler lernte verschiedene Lehren, reiste durchs Land und besuchte viele Schulen und Lehrer. Doch an einem Punkt macht er keinen Fortschritt mehr und wusste nicht weiter. Er hörte von einem Meister und beschloss, diesen zu besuchen. Als der Schüler beim Meister angekommen war, erzählte er ihm von seiner Situation und fragte, ob er in lehren könne.

Daraufhin gab der Meister dem Schüler ein volles Glas Wasser in die Hand und schüttete ein weiteres Glas in dieses hinein, so dass es überlief und das Wasser sich auf dem Boden sammelte. Der Schüler guckte verdutzt, bis der Meister ihm erklärte: „Dein Geist ist wie dieses Glas Wasser – es passt nichts mehr hinein. Du bist voller Wissen, Glauben, Vorurteilen und Gewohnheiten, dass du bei mir nichts lernen wirst. Komme wieder, wenn du Altes ausgeschüttet hast, um Neues aufzunehmen.“

Dieses offene und freie Bewusstsein ist für das Öffnen des dritten Auges essenziell. Es bedeutet, konditionierte Gewohnheiten, Glaubenssätze und Gedankenkonstrukte zu hinterfragen und diese letztendlich loszulassen. So kannst du dein Glas entleeren und Platz für Neues machen.

Durch das Erkennen und Hinterfragen deiner Wahrheiten und Gewohnheiten (Denken, Sprechen, Handeln, Fühlen), kannst du dir so eine unvoreingenomme, urteilslose Geisteshaltung aneignen.

Drittes Auge öffnen: 3 Meditationstechniken

Wenn du dein drittes Auge öffnen und aktivieren willst, ist spirituelle Praxis unumgänglich. Jede Meditationsform ist dafür geeignet; sei es die sitzende Meditation mit geschlossenen Augen, Meditation bei Spaziergängen in der Natur oder künstlichere Aktivitäten.

Ich habe ergänzend dazu verschiedene Übungen und Techniken ausprobiert, die insbesondere darauf abzielen, das dritte Auge zu öffnen und die Energie im Stirnchakra freizusetzen. Die drei folgenden Techniken sind meine Favoriten und lassen sich perfekt miteinander kombinieren.

1. Die Wahrnehmung des leeren Raumes

Die Meditation auf den „leeren“ Raum ist sehr effektiv um das „Sehen“ mit dem dritten Auge zu trainieren. Diese Form der Meditation entwickelt jedoch nicht nur diesen gewissen Blick, sondern hilft auch dabei, diese Wahrnehmung mit in den Alltag zu nehmen.

drittes Auge Meditationstechnik

Nimm dazu deine gewöhnliche Meditationsposition ein und entspanne deinen Geist, indem du mit geschlossenen Augen bewusst deinem Atem folgst. Sobald du einen entspannten Zustand erreicht hast, öffnest du deine Augen und schaust in den leeren Raum vor dir. Lasse deine Augen locker in der Augenhöhle liegen und vermeide jegliche Anspannung deiner (Gesichts-)Muskulatur.

Wenn du diese Übung in einem Zimmer machst, achte darauf, dass deine Aufmerksamkeit nicht auf die Wand, sondern auf den Raum zwischen dir und der Wand gerichtet ist. Diese Übung funktioniert auch wunderbar mit Blick in dem Himmel oder in der Natur.

Anfangs kann es schwer sein, einen Bezugspunkt im leeren Raum zu finden. Sollte das bei dir der Fall sein, benutze einen Gegenstand deiner Wahl als Hilfsmittel. Das kann im Prinzip alles sein: ein Blatt mit deiner Lieblingszahl oder deinem Lieblingsbuchstabe, ein (nicht zu komplexes) Bild, ein persönlicher Gegenstand, eine Blume oder Ähnliches. Dieser Gegenstand hilft dir dabei, deine Aufmerksamkeit auf etwas Äußeres zu richten. Sobald du damit Fortschritte machst, kannst du es ohne Gegenstand probieren.

Achte bei dieser Übung darauf, dass du keinen konkreten Punkt anfokussierst. Lasse deine Augen locker und entspannt, so dass dein Blick schweift und der Hintergrund leicht unscharf.

Diese Übung ist Teil meiner morgendlicher Meditation und hat mir schon in vielerlei Hinsicht weitergeholfen. Nach geraumer Zeit in diesem Zustand merkt man, dass der scheinbar leere Raum vor einem gar nicht leer ist. Er ist voller pulsierender Energie und Bewegung – was zu interessanten Erfahrungen führen kann.

2. Visualisierung und Fühlen

Beim Visualisieren werden durch bestimmte imaginäre Vorstellungen Veränderungen in Körper und Geist herbeigerufen. Visualisierung findet vor allem Anwendung in der Selbstheilung und ist daher auch ein tolles Hilfsmittel um die Zirbeldrüse zu aktivieren.

Die Visualisierungs- sowie die Fühltechnik kann auf den Stirnbereich (etwas über der Mitte der Augenbrauen) und auf die Zirbeldrüse (im Gehirn) angewendet werden. Ich selbst benutze beide Bereiche gern, bevorzuge jedoch die Mitte des Gehirns.

Die Visualisierungs-Technik

  • Nimm eine Position ein in der du dich wohl fühlst. Ob du sitzt oder liegst ist egal.
  • Entspanne dich nun, indem du deine Augen schließt und bewusst deinem Atem folgst. Lasse alle Alltagsprobleme hinter dir.
  • Sobald du ruhig und entspannt bist, verlagerst du deine Aufmerksamkeit auf einen der oben genannte Bereiche. Lasse dir dafür etwas Zeit, bis du ihn deutlich fühlst. Visualisiere dann in dem ausgewählten Bereich helle Energie in Form einer strahlenden Lichtkugel. Konzentriere dich komplett auf die leuchtende Kugel und spüre ihre Kraft. Nimm sie so stark wahr wie es geht und lasse dich komplett darauf ein.

Bei dieser Übung kann es sein, dass sich in deinem Kopf ein Druck aufbaut, welcher nach und nach stärker wird. Dieser Druck entsteht durch die Bewegung von Energie, weshalb du es nicht übertreiben solltest. Beende die Übung, sobald der Druck unangenehm wird oder du dich danach fühlst.

Das Fühlen der Zirbeldrüse

Das Coole an der Fühl-Technik ist, dass du diese immer anwenden kannst, da es dabei wirklich nur darum geht, den gewünschten Bereich zu fühlen. Gehe dazu mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Kopf und fühle in der Mitte deines Gehirns die Zirbeldrüse. Halte diese leichte Aufmerksamkeit bei, so dass du sie ständig fühlst.

Du musst nichts visualisieren oder besonders stark bei ihr sein – fühle sie einfach.

Allein durch das bloße Fühlen und die leichte Aufmerksamkeit auf die Zirbeldrüse, wird diese stimuliert und setzt somit Energie frei.

3. Die Tafeln von Chartres

Die Meditation mit den Gralstafeln von Chartres ähnelt dem Wahrnehmen des leeren Raumes, da wir auch hier mit dem Sehen arbeiten. Anders als bei dem Blick in den leeren Raum jedoch, haben wir hier ein Hilfsmittel: die Tafeln von Chartres.

Sie setzen sich aus sechs geometrischen Tafeln mit gleicher Fläche zusammen – zwei rechteckige, zwei quadratische und zwei runde. Die gleichen Formen sind jeweils nebeneinander angeordnet, in unterschiedlicher Farbe – ein mal in blau und ein mal in rot. Drucke sie dir am besten über die Google-Bildersuche aus, um damit zu meditieren.

Die Meditation besteht darin, die Tafeln vor sich aufzustellen oder zu halten und mit dem Kreuzblick (ähnlich dem peripheren Sehen) anzuschauen. Der Abstand zwischen dir und den Tafeln ist von der Größe der Tafeln abhängig. Ich habe sie mir sehr klein (siehe Bild) ausgedruckt und halte sie etwa 20cm vor meinen Augen.

Halte also nun die Tafeln vor dein Gesicht und schaue in die Mitte der Tafeln. Entspanne deine Augen, so dass deine Sicht unfokussiert und „weich“ wird. Durch das entspannte „Schielen“ auf die Tafeln, entstehen drei neue virtuelle Tafeln in der Mitte der echten. Schaue dir die neue Tafelreihe genau an und entspanne dich weiter.

Die neuen drei Tafeln werden anfangs zwischen den Farben Rot und Blau hin und her schwanken. Sobald sich die Tafeln in einem violetten Farbton eingependelt haben, stehen deine beiden Gehirnhälften im Einklang miteinander – sie sind jetzt synchronisiert, ähnlich wie bei dem Hören von binauralen Beats.

Durch die Synchronisation stellt sich eine starke Entspannung ein, welche dir dabei hilft, in tiefere meditative Zustände zu gehen. Lasse dich von deiner Intuition leiten, wie es weitergeht. Du kannst weiter mit den Tafeln meditieren, die Augen schließen oder mit der Wahrnehmung des leeren Raums fortfahren. Visualisierungs-Techniken fallen in diesem Zustand ebenfalls leichter. Entscheide aus dem Bauch heraus.

Ich selbst habe mir die Tafeln ausgedruckt und einlaminiert, so dass ich sie überall (in der Hosentasche) mit hinnehmen kann.

Meine Erfahrungen mit dem dritten Auge

Die Öffnung des dritten Auges bzw. die Aktivierung der Zirbeldrüse geht einher mit erweiterter Wahrnehmung, geistiger Klarheit, (Selbst)-Erkenntnis und generellen Einsichten. Wie genau sich das nun im Leben äußert, kann sehr verschieden sein. Bei mir ging es los mit kurzen Momenten tiefer Einsicht, welche schließlich immer normaler und alltäglicher für mich wurden.

drittes Auge WahrnehmungMein erste Erfahrung machte ich letztes Jahr an einem schönen Sommerabend. Ich kam gerade vom Sport und war auf dem Weg zur Bahn, um nach Hause zu kommen. Neben der Bahnhaltestelle ist ein Einkaufszentrum, welches ich schon dutzende Male besuchte und hunderte Male gesehen habe.

Doch als ich es dieses Mal sah, musste ich inne halten. Intuitiv blieb ich stehen, nahm meine Kopfhörer aus den Ohren und schaute es mir genau an. Es war, als sähe ich es zum ersten Mal. Nicht nur das rote Backsteingebäude an sich, auch die Struktur dahinter: das Einkaufszentrum, das Unternehmen, die Produkte, die Logistik, die Werbung, die Menschen, der Konsum. Es ist schwer zu erklären – und wahrscheinlich noch schwerer zu verstehen – aber es war plötzlich alles klar und deutlich. Wie als hätte man mir einen Filter, den ich mein Leben lang auf den Augen hatte, abgenommen.

Das zweite Mal als ich diesen Zustand erlebte, lief ich auf der Straße an einem Mann vorbei, der eine Zigarette rauchte. Als Ex-Raucher und durch rauchende Freunde waren Zigaretten immer etwas mehr oder weniger Normales für mich. Doch als ich diesen Mann an seiner Zigarette ziehen sah, sah ich das erste Mal, was rauchen eigentlich bedeutet. Ich sah Selbstzerstörung, hervorgerufen durch tiefe Unzufriedenheit, Zweifel, Leid, Zwang, Angst, … eine traurige, aber auch spannende Erkenntnis.

Wahrnehmung im alltäglichen Leben

Um dir ein Bild davon zu machen, wie sich so ein Perspektivenwechsel anfühlt: Stell dir vor, du kämst von einem anderen Planeten/einer anderen Welt das erste mal auf die Erde und spazierst durch eine Stadt. Was würdest du sehen? Wie würde dir unserer Gesellschaft und Kultur erscheinen? Was würdest du in unserer Lebensweise sehen? Was würdest du in trinkenden und rauchenden Menschen sehen? Wie würdest du Werbung, Einkaufsläden und Konsum sehen? Was wäre Bildung, Religion und Politik für dich?

Vielleicht verstehst du, was ich meine. Dadurch, dass du frei von Konditionierungen, Annahmen und Glauben über diese Welt wärst, würdest du sie so sehen, wie sie ist – komplett unvoreingenommen. Deine Wahrnehmung wäre nicht verblendet von vergangenen Erfahrungen, sondern neu und echt. Das beschreibt den beschriebenen Zustand relativ gut.

Die erweitere Wahrnehmung bezieht sich jedoch nicht nur darauf, dass man Altes mit neuen Augen sieht, sondern auch darauf, dass man „Neues“ sieht. Ich möchte hierauf bewusst nicht zu sehr eingehen, es jedoch trotzdem kurz erwähnen.

Das für uns Menschen eigentlich sichtbare Licht bewegt sich in einem Wellenbereich zwischen 380 und 740 Nanometern. Mir erscheint jedoch es so, als würde sich das elektromagnetische Spektrum welches ich wahrnehme vergrößern.

Was ich damit sagen will: es gibt sehr viel zu entdecken. Das uns Bekannte, Physische, ist nur ein Bruchteil dessen, was wirklich existiert. Was dahinter liegt, muss denke ich jeder für sich selbst herausfinden.

2 Kommentare

  1. Sascha 4. September 2018 at 19:39

    Gibt es Leute Menschen die ihr drittes auge geöffnet haben und nie wieder zurück gekommen sind ( ins reallife ) ?

    Reply
    1. Valentin Voigt 10. September 2018 at 11:34

      Hey Sascha,
      danke für deinen Kommentar!
      Nun, es ist nicht so, dass man das irdische Leben verlässt und sich gänzlich auf anderen Ebenen aufhält. Die Öffnung des dritten Auges ist ein Prozess, bei dem sich die bewusste Wahrnehmung erweitert. Das „Reallife“ ist also nach wie vor vorhanden, wird jedoch durch weitere Aspekte ergänzt und durch neue Blickwinkel verändert.
      Worauf du glaube ich hinaus willst, sind Erfahrungen, bei denen sich Menschen durch eine zu radikale Öffnung verirren. So etwas kann passieren, wenn man Wege erzwingen will, für die man noch nicht bereit ist. Von psychedelischen Drogen oder Ähnlichem rate ich daher ab. Auch mit der Entkalkung der Zirbeldrüse sollte man langsam machen, wenn man sich nicht sicher ist. Gehst du den natürlichen Weg, ohne abkürzen zu wollen, musst du dir darüber keine Gedanken machen.

      Liebe Grüße,
      Valentin

      Reply

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