Intuition trainieren: Folge deinem inneren Kompass

Intuitiv zu leben und die richtigen Entscheidungen zu treffen ist ein begehrtes Ziel. Doch es scheint, als seien bestimmte Menschen von Natur aus intuitiver als andere… der Schein trügt. Jeder Mensch erlebt irgendeine Form von Intuition, die meisten nehmen diese nur nicht bewusst wahr. Sie ist vorhanden, doch ihre Gedanken und Emotionen sind zu laut und übertönen diese oft leisen Empfindungen.

Wenn du deine Intuition trainieren willst, geht es hauptsächlich darum, deinen Geist zu öffnen und die Verbindung zu dir selbst wiederherzustellen. 

Was ist Intuition eigentlich?

Intuition bedeutet soviel wie Erkennen und macht sich als Einsicht, Gefühl oder plötzliches Wissen bemerkbar. Diesem Erkennen entspringen Ideen, Wege und Möglichkeiten, welche nicht auf Gedanken zurückzuführen sind. Intuition ist vielmehr das genaue Gegenteil von Denken und Rationalität. Sie lässt sich erst deutlich wahrnehmen, wenn du dich aus deinem Kopf heraus begibst und in dein natürliches Sein vordringst.

Intuitiv wahrzunehmen bedeutet vor allem, verbunden mit sich selbst und verbunden mit dem gegenwärtigen Moment zu sein. Denn Intuition existiert jenseits des Verstandes, jenseits von Vergangenheit und Zukunft. Sie ist ein subtiler Funke von Wissen, welcher nur im Hier und Jetzt existiert.

Der eigenen Intuition zu folgen heißt oft, Dinge zu tun, gegen die der Verstand ankämpft, die sich jedoch richtig anfühlen. Bei der Wiederentdeckung deiner Intuition geht es darum, dich aus deinem Verstand heraus zu begeben, um die leisen Signale zu hören, die sich in deinem Inneren abspielen.

„Intuition ist das Flüstern der Seele.“Jiddu Krishnamurti

Durch intuitive Wahrnehmung Entscheidungen treffen

Wo die Einsichten der Intuition herkommen, haben sich schon viele Menschen gefragt. Während der Biologe Rupert Sheldrake es durch morphische Felder erklärt, nennt es der Psychologe Carl Gustav Jung das kollektive Unbewusste. Andere wiederum nennen es Brahman, Gott oder das höhere Selbst.

Wie man es nennt, ist eigentlich völlig egal. Denn was diese Begriffe alle gemeinsam haben, ist, dass sie eine allgegenwärtige, alldurchdringende Quelle an Informationen und Wissen beschreiben, mit der alles verbunden ist, was exisitiert. Intuitive Wahrnehmung beruht auf eben dieser Quelle.

Wie man die Informationen daraus wahrnimmt, kann sehr unterschiedlich sein. Das Bauchgefühl ist wohl die bekannteste Erscheinung einer solchen Wahrnehmung. Wenn du dein Bewusstsein auf die verschiedenen Optionen einer Entscheidung ausrichtest, hast du oft bei einer Option ein besseres und offeneres Gefühl im Bauch als bei der anderen. So kann dir dein Bauchgefühl dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Richtig und falsch sind natürlich zwei komplett relative Begriffe. Es gibt kein entweder/oder, denn letztlich führen alle Wege ans Ziel. Mit der einer Entscheidung brauchst du vielleicht länger um anzukommen als mit der anderen, doch ankommen wirst du dennoch, früher oder später. Deine Intuition ist dabei der Kompass, der dir hilft, auf dem richtigen Weg zu bleiben und dich an Abzweigungen nicht zu verlaufen.

Doch das Bauchgefühl ist nicht der einzige Weg, wie sich die Intuition zeigen kann. Während sich das Bauchgefühl ziemlich deutlich offenbart, gibt es noch viel leisere und subtilere Impulse. Diese Impulse können sich auf die unterschiedlichsten Weisen bemerkbar machen: durch ein leichtes (geistiges) Anziehen oder Abstoßen einer bestimmten Sache, durch ein Körpergefühl im Herz- oder Kopfbereich, durch plötzliches Wissen oder durch andere unerklärbare Empfindungen.

Der Unterschied zwischen Intuition und Instinkt

Wenn ich mich mit anderen Menschen über Intuition unterhalte, wird oft der Begriff Instinkt zur Sprache gebracht. Dabei ist mir aufgefallen, dass Intuition und Instinkt gerne mit der selben Bedeutung verwendet werden. In der Erscheinung sind sich die Intuition und der Instinkt zwar ähnlich, doch es gibt entscheidende Unterschiede.

Die Intuition hilft dir hauptsächlich dabei, Entscheidungen zu treffen und den besten Weg für dich zu finden. Sowas ist dem Instinkt egal. Der Instinkt sorgt sich einzig und allein um das Überleben deines Körpers. Bist du in einer Gefahrensituation, reagierst du sofort aus dem Impuls heraus. Das ist dein (Überlebens-)Instinkt.

Der Instinkt ist also eher rational, während die Intuiton oft komplett irrational ist. Vielleicht sagt dir deine Intuition, deinen Job zu kündigen und dich in einem fremden Land in das Unbekannte zu stürzen. Das würde dein Instinkt nie tun. Er scheut sich vor Unbekanntem. Ihm sind Erfahrungen oder Wachstum nicht wichtig, sondern schlichtweg das Überleben.

Der größte Unterschied ist jedoch, dass der Instinkt auf einer Reaktion und die Intuition auf einer Wahrnehmung beruht. Intuitiv zu handeln bedeutet nicht, reaktiv, also nach alten Mustern und Vorstellungen, zu handeln. Es bedeutet, die Signale deiner Seele wahrzunehmen und aus dieser Wahrnehmung heraus bewusst zu agieren.

Intuition trainieren und entwickeln: Die Grundlagen

Die Herausforderung beim Intuitionstraining besteht nicht darin, die Intuition auf irgendeine magische Weise zu empfangen, sondern darin, die intuitiven Impulse (die immer vorhanden sind) bewusst wahrzunehmen. Ein klares Bewusstsein und ein ruhiger Geist sind daher die Grundvoraussetzungen, wenn Du deinen sogenannten sechsten Sinn trainieren möchtest.

Ein weiteres Kriterium beim Entwickeln der Intuition ist die Kontinuität. Du kannst dir das Wahrnehmen der Intuition wie einen Muskeln vorstellen. Wenn du einen Muskel für lange Zeit nicht benutzt, verkümmert er und geht ein. Genauso ist es mit der Intuition.

In der Kindheit sprudeln wir vor Intuition. Wir machen dies und lassen das, einfach weil es sich gut oder eben schlecht anfühlt. Der Verstand und das Denken spielt noch keine große Rolle. Doch je älter wir werden und je tiefer wir in das gesellschaftliche Leben vordringen, desto mehr bewegen wir uns in unseren Verstand hinein und entfernen und somit von unserer eigentlich intuitiven Natur. Der moderne Lebensstil ist einfach zu laut für dieses leise Flüstern der Seele.

So kann man gerade im Alltag die Verbindung zu sich selbst schnell verlieren und in Gedanken abdriften. Um die Intuition zu stärken ist es daher von äußerster Relevanz, in alltäglichen Situationen achtsam zu sein und die Fülle des gegenwärtigen Moments wahrzunehmen.

Praktische Übungen um die Intuition zu trainieren

Wie so vieles ist auch das Intuitionstraining ein individueller Prozess. Jeder Mensch hat seine eigenen Probleme und unbewusste Gewohnheiten, die dem Wahrnehmen der Intuition entgegenwirken können. Der Grundsatz hier ist, Licht (Bewusstheit) in die Dunkelheit (Unbewusstheit) zu bringen.

Bist du mit deinem Verstand identifizert, kannst du intuitive Eindrücke nicht wahrnehmen, da die Gedanken und Emotionen zu laut sind. Erst wenn du in deiner Mitte bist, also dir selbst bewusst bist, wirst du intuitiv handeln und intuitive Entscheidungen treffen können. Bringe daher Bewusstsein in alles, was du tust, in jeden Augenblick.

Innere Ruhe durch Meditation und Achtsamkeitsübungen

Meditation und Achtsamkeitsübungen sind dafür der praktischste Ansatz. Wie du meditierst, liegt ganz bei dir. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten zu meditieren. Du musst dich nicht hinsetzen und deine Augen schließen. Du musst auch nicht auf deinen Atem achten oder Mantras singen.

Meditation ist ein Zustand tiefer Verbundenheit. Ob du diesen Zustand durch eine klassische Meditationsübung, durch das Spazieren in der Natur oder durch einfaches Nichtstun erreichst spielt keine Rolle. Bei der Meditation geht es nicht um das WAS, sondern um das WIE. Wie fühlst du dich und was nimmst du wahr? Ein Indikator für den Zustand der Meditation ist geistige Klarheit und ein starkes Gefühl inneren Friedens.

Wie auch immer du meditierst, probiere dich unabhängig von dem Weg dorthin zu machen. Wenn du nur in Meditation bist, wenn du einen Extremsport machst oder besondere Musik hörst, bist du an eben diese Gegebenheiten gebunden. Kultiviere stattdessen diesen Zustand in deinem Alltag, durch dein einfaches Sein im Hier und Jetzt.

Alltägliche Achtsamkeitsübungen sind dafür gut geeignet. Ich selbst bin großer Fan vom Monotasking. Das heißt, immer nur eine Sache gleichzeitig zu tun und dafür bei dieser einen Sachen komplett aufmerksam zu sein. Ob ich esse, dusche, laufe, mich anziehe oder vor meinem Laptop sitze und schreibe, ich tue nur diese eine Sache, sonst nichts.

Diese einfache Aufmerksamkeit auf das gegenwärtige Tun sorgt dafür, dass du die Gegenwart bewusst wahrnimmst und dich in deinen Gedanken nicht in der Vergangenheit oder Zukunft bewegst. Denn eben diesen „Im-Verstand-Sein“ sorgt dafür, dass du die intuitiven Eindrücke nicht spüren kannst.

Einen kreativen Flow herstellen

Kreativität ist ein Tor zur Intuition. Genau genommen sind sich Kreativität und Intuition sehr ähnlich, sie beruhen auf derselben Quelle. Wenn du kreativ bist, bist du intuitiv und andersherum. Ein Künstler malt ein Bild zwar mit der Hilfe seines Verstandes, doch er malt es aus seiner Intuition heraus, mit seinen Gefühlen und Empfindungen.

Man kann ein Kunstwerk nicht analytisch auseinandernehmen und nach rationalen Aspekten bewerten. Es geht nicht, da es einen ganz anderen Ursprung hat. Kunst ensteht nicht aus der Dimension des Verstandes heraus. Es ist vielmehr eine Erfahrung, ein Erlebnis.

Mit der intuitiven Wahrnehmung ist es genauso. Obwohl man sie nicht erklären kann, ist sie vorhanden, als Gefühl oder Empfindung. Wenn du die Verbindung zu deiner Intuition stärken und sie besser wahrnehmen willst, schenke daher deiner Kreativität mehr Aufmerksamkeit.

Egal was du tust, du kannst kreativ dabei sein. Kreativität ist nicht auf die Malkunst, das Musik machen oder das Schauspiel beschränkt. In fast jeder Tätigkeit kannst du auf irgendeine Weise deine Kreativität ausleben. Sei es beim Sport, Handwerk, Kochen, Gartenarbeit, Programmierung oder scheinbar langweiliger Büroarbeit.

Wie du das schaffst? Indem du altbekannte Pfade verlässt. Probiere neue Dinge aus und lasse dich von deinen intuitiven Ideen leiten, ohne groß darüber nachzudenken. So stellt sich der kreative Flow ganz von selbst her.

Kreativität durch freies Schreiben trainieren

Julia Cameron beschreibt in ihrem Buch Der Weg des Künstlers* eine Übung, um den Zugang zur Kreativität bewusst zu aktivieren. Sie nennt es die Morgenseiten und im Prinzip ist es nichts anderes, als sich einen Stift und ein ein Blatt Papier zu nehmen und einfach wild drauflos zu schreiben. Ein Computer und eine Tastatur tun es natürlich auch.

Beim freien Schreiben geht es nicht darum, irgendetwas sinnvolles zu schreiben, sondern darum, jeden Impuls und Gedanke sofort aufs Papier zu bringen, so wirr er auch ist. Oft tragen wir einen Gedanken dauerhaft mit uns herum, doch sobald wir ihn aufschreiben, können wir ihn abhaken. Darin liegt der Effekt des freien Schreibens: man wird alles los.

Am Anfang entstehen oft Sätze wie „Ich weiß nicht was ich schreiben soll“ oder „Ehmmm, ähmmm, öhmmm“, doch nach ein paar hundert Wörtern findet man sich bei einem Thema und plötzlich entsteht dieser meditative Zustand (Flow), indem die Wörter wie von alleine aus einem heraus fließen.

Julia Cameron nennt es die Morgenseiten, da sie diese Übung für nach oder sogar noch vor dem Aufstehen empfiehlt. Grundsätzlich kannst du es jedoch zu jeder Tageszeit machen. Achte aber darauf, dass du nicht zu früh aufhörst zu schreiben. Je nach Gemütszustand kann es länger dauern, bis alles von der Seele geschrieben ist und der kreative Flow entsteht.

Im Alltag intuitiv handeln und kleine Entscheidungen treffen

Letztlich ist die beste Übung, um deine Intuiton zu trainieren die, deine Intuition zu forcieren. Nicht in einer gewaltsamen, sondern in einer einfühlsamen Weise. Sei dir deiner Intuiton bewusst und beginne damit, kleine Entscheidungen im Alltag intuitiv zu treffen.

Schon beim Frühstück kannst du damit beginnen. Was isst und trinkst du? Greifst du gewohnheitsgemäß zu Kaffee und Marmeladenbrot oder probierst du es mal mit Tee und etwas Obst?

Gib dir selbst ein paar Möglichkeiten und entscheide dich dann intuitiv, unabhängig von Gewohnheit oder persönlichem Geschmack. Sei dabei bei vollem Bewusstsein und fühle, welches Lebensmittel sich für dich und deinen Körper gut anfühlt. Frage dich das nicht mit deinem Verstand, sondern mit deinem Herzen. Das kannst du bei jeder Mahlzeit tun.

Danach geht es weiter mit der Kleidung. Was ziehst du heute an? Halte dich daran nicht lange auf, sondern entscheide einfach intuitiv, auf was du heute Lust hast.

Doch nicht nur beim Essen oder Anziehen kannst du solche kleinen intuitiven Entscheidungen treffen. Vielleicht zieht es dich heute irgendwo anders hin, sei es auf dem Weg nach Hause oder beim Einkaufen. Verlasse die dir bekannten Wege und lasse dich leiten. Entscheide an jeder Kreuzung intuitiv, wo es für dich weitergeht.

Auch wenn es nur kleine, vielleicht auf den ersten Blick irrelevante Entscheidungen sind, bildest du deinen Intuitionsmuskel dadurch aus. So wird es dir später leichter fallen, größere Entscheidungen richtig zu treffen.

Fazit

Intuition ist immer vorhanden und wahrnehmbar. Es geht ausschließlich darum, einen inneren Zustand herzustellen, durch den man diese kleinen Empfindungen wahrnehmen kann.

Wenn du deine Intuition trainieren und entwickeln möchtest, solltest du deine Aufmerksamkeit daher mehr nach Innen richten, auf dein wahres Sein. Kultivierst du eine tiefe Verbundenheit mit dir und deiner Umwelt, wird es dir viel leichter fallen, intuitive Eindrücke wahrzunehmen.

Sobald du durch die Stille oder Kreativität ein Gefühl dafür bekommen hast, was Intuition ist, kannst du sie im Alltag praktisch benutzen. Fange damit an, kleine intuitive Entscheidungen zu treffen und du wirst merken, wie du von Tag zu Tag die Verbindung zu deiner Intuition stärkst.

„Was wirklich zählt, ist Intuition.“Albert Einstein

 

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