Intuitiv Essen – Der bewusste Umgang mit Nahrung

Aus Ernährung wird gerne eine Wissenschaft gemacht, in der scheinbar alles messbar ist. Es gibt Empfehlungen, Richt- und Durchschnittswerte, alle möglichen Diäten und Ernährungsweisen. Doch diese Dinge funktionieren nie für jeden, da sie die Individualität eines jeden Körpers nicht mit einbeziehen. Grob mögen sie vielleicht zutreffen, doch sie sind nicht sonderlich exakt.

Das liegt unter anderem daran, dass der Bedarf und Verbrauch der Nährstoffe nicht jeden Tag gleich ist. Vielleicht braucht dein Körper heute etwas mehr Kohlenhydrate, morgen etwas mehr Eiweiße und übermorgen etwas mehr Fette. An einem anderen Tag werden vielleicht vermehrt Vitamine und Mineralstoffe benötigt, um eine noch nicht spürbare Erkältung abzuwehren.

Der Körper und die damit einhergehende Ernährung ist so komplex, dass pauschalisieren schier unmöglich ist. So etwas wie eine allgemeingültig richtige oder gesunde Ernährung gibt es daher nicht. Nur der Körper selbst kann genau wissen, was er jetzt in diesem Moment zum Funktionieren braucht.

Hier kommt das intuitive Essen ins Spiel. Durch die bewusste Verbindung mit deinem Körper machen sich seine Bedürfnisse verstärkt spürbar und lassen sich so intuitiv erfüllen. Sich intuitiv zu ernähren bedeutet daher vor allem, auf die Signale seines Körpers zu hören und sie zu achten. Er selbst weiß am besten, was und wieviel er braucht.

Selbst auferlegte Zwänge und Verbote bringen nichts

Wenn Menschen ihre Ernährung umstellen wollen, legen sie oft Regeln darüber fest, was sie essen dürfen und was nicht. Auch wenn das zum Reinschnuppern in eine bestimmte Ernährungsweise dienen kann, ist es langfristig gesehen ein unheimlicher Druck den man sich selbst macht. Man probiert sich durch Einschränkung eine Veränderung aufzuzwingen, was unweigerlich zu Misserfolg führt.

Nachhaltige Veränderung entsteht aus dem Inneren heraus, in einem natürlichen Tempo. Das „Problem“ sind nie die Umstände oder die Rahmenbedingungen, sondern die Sichtweise, wie man die Dinge betrachtet. Und diese ändert sich in der Regel nicht von jetzt auf gleich.

Durch äußere, selbst auferlegte Zwänge und Verbote, durch beispielsweise Diäten, entsteht daher keine wirklich tiefgründig Veränderung, sondern nur der Anschein danach. Veränderung der Essgewohnheiten (das halte ich in jedem Lebensbereich für wahr) fängt im Inneren an und macht sich erst dann im Außen bemerkbar. Andersherum hat es, zumindest für mich, noch nie funktioniert.

Es ist sinnvoll, Schritt für Schritt alte Muster aufzulösen und durch neue, zielführende Gewohnheiten zu ersetzen.

Intuitiv essen einfach gemacht

Die Intuition und das Bauchgefühl helfen im Leben dabei, unter individuellen Umständen die für sich richtige Entscheidung zu treffen. So ist es bei großen Lebensentscheidungen, aber auch bei kleineren Dingen wie dem Essen. Wenn du das intuitive Essen lernen möchtest, empfehle ich dir die folgenden drei Punkte.

1. Achtsam essen

Für die intuitive Ernährung ist es, wie bereits erwähnt, von großer Bedeutung, die Signale des Körpers wahrzunehmen und ihnen zu folgen. Um das tun zu können, ist ein Maß an Achtsamkeit gegenüber dir selbst und deiner Nahrung notwendig. Diese hilft dir dabei, die Reaktionen deines Körpers auf bestimmte Nahrungsmittel wahrzunehmen und daraus zu lernen.

Ich habe über Achtsamkeit schon mehrere Artikel geschrieben und betone immer wieder, wie wichtig es ist, immer nur eine Sache gleichzeitig zu tun. Gerade in unserem hektischen Alltag voller Ablenkungen kann das sehr schwer fallen.

Doch probiere es bei deiner nächsten Mahlzeit einmal aus. Keine digitalen Geräte, keine Zeitung und keine Träumerei. Nur du und dein Essen. Vermeide dabei jegliche Ablenkungen und nimm dir ruhig etwas mehr Zeit als sonst. Wie riecht das Essen, wie fühlt es sich an und wie schmeckt es? Iss jeden Bissen für sich.

Beobachte und vergleiche dann, wie du dich vor, bei und nach der Mahlzeit fühlst. Was hat sich geändert? Ist dein Energielevel gesunken oder gestiegen? Wie fühlt sich die Nahrung in deinem Körper an? Dein (wortwörtliches) Bauchgefühl ist der beste Ratgeber dafür, ob deinem Körper eine bestimmte Nahrung gut tut oder ihn eher belastet.

2. Die Vorstellung nutzen

Oft stehen wir vor der kniffligen Entscheidung, nun etwas „Gesundes“ oder „Ungesundes“ zu essen. Um intuitiv richtig zu entscheiden, ist die Vorstellung ein hilfreicher Wegweiser. Stelle dir vor, wie sich Essen A in deinem Körper anfühlt und vergleiche es mit dem Gefühl, das dir Essen B gibt.

Nimm dabei nicht den Geschmack als Indikator, sondern die Wirkung, die das Essen in deinem ganzen Körper vollbringt. Hamburger von billigen Fastfood-Ketten schmecken subjektiv gesehen sehr lecker, doch wie fühlen sie sich im Körper an? Wie während des Essens, liefert die Bauchregion auch schon vor dem Essen deutliche Signale darüber, was dein Körper jetzt gebrauchen kann und was nicht.

3. Hunger- und Sättigungsgefühle befolgen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, deine Hunger- und Sättigungsgefühle zu befolgen. In unserer Kindheit wird uns beigebracht, aufzuessen, auch wir schon satt sind. Davon gilt es sich zu lösen. Das Sättigungsgefühl hat einen guten Grund und wenn du es überschreitest, überlastest du deinen Körper mit der Verarbeitung des Nährstoffüberschusses.

Mit dem Hunger verhält es sich genauso. Iss, wenn du Hunger hast und höre auf zu essen, wenn du satt bist. Essen sollte nicht als Belohnung dienen oder aus Langeweile, Gewohnheit oder gegen Stress und Trauer konsumiert werden. Indem du Essen als etwas Pragmatisches betrachtest, nimmst du die intuitiven Impulse deines Körpers verstärkt wahr und kannst so herausfinden, was er jetzt in diesem Moment braucht.
Beziehe darin auch das Trinken mit ein. Hunger und Durst werden oft miteinander verwechselt, was dazu führen kann, dass man mehr und öfter isst, als man eigentlich braucht. Oft sehnt sich der Körper nur nach einem Glas Wasser.

Fange noch heute an!

Intuitiv zu essen ist die natürlichste Ernährungsform die es gibt. Sie ist uns angeboren und schon als Kinder haben wir unsere Intuition dafür genutzt, uns angemessen zu ernähren. Über dieses intuitive Verhalten werden im Laufe der Erziehung jedoch viele Glaubenssätze gestülpt, welche die Intuition verdunkeln lassen.

Doch das intuitive Essen lässt sich auch im Erwachsenenalter wiederentdecken. Gehe es dabei entspannt an und bewege dich in deinem ganz eigenen Tempo. Probiere Dinge aus und mache gemeinsam mit deinem Körper Erfahrungen, indem du ihn wahrnimmst und auf seine Impulse hörst.

Sei vor allem während des Essens achtsam und achte darauf, wie sich ein bestimmtes Lebensmittel in deinem Körper anfühlt. Aus dieser bewussten Wahrnehmung heraus entsteht dann automatisch das intuitive Wählen des für dich richtigen Essens.

 

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