Luzides Träumen lernen – Die Kunst des Klarträumens

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf und für die meisten Menschen ist es „verlorene“ Zeit. Nicht nur ihr Körper, sondern auch ihr Geist schläft. Doch so muss es nicht sein. Mit der Kunst des Klarträumens können wir mit unserem Geist atemberaubende Erfahrungen machen, während unser physischer Körper schläft.

Was ist ein luzider Traum?

Ein luzider Traum, auch Klartraum genannt, ist ein Traum, in dem du dir bewusst bist, dass du träumst. Durch das Bewusstsein im Traum kannst du diesen gestalten und kreieren, wie dir lieb ist. Alles was du dir vorstellen kannst, kannst du im Traum erleben – und noch mehr.

Da du dich im Traum frei in deinem Bewusstsein bewegen kannst, ist das Potential grenzenlos. Du kannst aus dem luziden Zustand heraus leichter in höhere Bewusstseinsebenen eintreten und dein Inneres erkunden.

Hört sich ziemlich cool an, oder? Das ist es auch. Deswegen erkläre ich dir jetzt wie du das Klarträumen lernst und wie du es für deine persönliche und spirituelle Entwicklung einsetzen kannst.

Wie lerne ich das Klarträumen?

Die Grundvorraussetzung für luzides Träumen ist eine gute Traumerinnerung. Wenn du in deinen Träumen bewusst werden willst, musst du zuerst realisieren, dass du jede Nacht träumst. Du machst jede Nacht Erfahrungen. Beim luziden Träumen geht es darum, genau diese Erfahrungen bewusst zu machen.

Eine gute Traumerinnerung und eine generelle Kenntnisnahme der eigenen Träume ist also maßgeblich für den Erfolg beim Klarträumen. Diese erreichst du in dem du richtigen Intentionen setzt, deinen Träumen einen Erfahrungswert beimisst und dir diese schließlich im Gedächtnis behältst.

Traumerinnerung durch ein Traumtagebuch verbessern

Die Traumerinnerung durch ein Traumtagebuch zu verbessern ist wohl die einfachste und auch die effektivste Methode. Lege dir dazu einfach einen kleinen Notizblock und einen Stift auf den Nachttisch und schreibe, sobald du aufwachst, jedes Erlebnis auf an das du dich erinnern kannst.

Traumerinnerung und Traumtagebuch

Wichtig ist, dass du es sofort nach dem Aufwachen machst, wenn die Erinnerung noch frisch ist. Außerdem solltest du deine Träume möglichst detailgenau aufschreiben. Nicht nur visuelle und auditive Eindrücke sind wichtig, sondern auch die generelle Atmosphäre – wie du dich gefühlt hast.

Selbst wenn du dich in einer Nacht nur an einen Eindruck oder ein Bild erinnern kannst: Schreibe es auf. Schreibe einfach alles auf, an das du dich erinnern kannst. Durch das Aufschreiben in deinem Traumtagebuch setzt du den unterbewussten Impuls, dich an deine Träume zu erinnern. Du sagst deinem Unterbewusstsein, dass dir deine Träume wichtig sind und du dich mit ihnen beschäftigen willst. Außerdem beginnst du damit, dich mit deinem Traum-Ich zu identifizieren. Allein dadurch besteht die Möglichkeit auf luzide Träume.

Dein Traumtagebuch kannst du so gestalten, wie du willst. Wenn du künstlerisch begabt bist, kannst du das erlebte Traumszenario auch nachmalen. Wenn du später viel träumst und trotzdem weiter jeden Traum festhalten willst, empfiehlt sich ein Aufnahmegerät (oder einfach die Aufnahmefunktion deines Handys).

Traumerinnerung durch Autosuggestion steigern

Um ein Traumtagebuch zu führen ist die Grundvoraussetzung natürlich, dass du dich wenigstens an etwas erinnern kannst. Wenn du jedoch einer von den Menschen bist die denken, gar nicht zu träumen bzw. sich einfach nicht an ihre Träume erinnern können, musst du etwas anders an die Sache heran gehen.

Zu aller erst solltest du einschränkende Glaubenssätze wie „ich träume nie“ oder „ich kann mich nicht an meine Träume erinnern“ beseitigen.  Jeder Mensch träumt und jeder Mensch kann sich an seine Träume erinnern, insofern er denn möchte. Du musst deinem Unterbewusstsein klar machen, dass du dich an deine Träume erinnern kannst und es auch willst. Wichtig dafür ist erstmal, dass du dich generell mit Träumen beschäftigst.

Was du von dir selbst und deinen Fähigkeiten denkst ist sehr wichtig. Du setzt dir deine Grenzen selbst. Mehr dazu gibt es in meinem Artikel: Die Macht der Gedanken – führe ein selbstbestimmtes Leben.

Vielleicht hast du alte Erinnerung an Träume aus deiner Kindheit, dann solltest du diese durchgehen und dir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ansonsten hilft es, wenn du dich einfach viel mit der Thematik beschäftigst. Lies viel über Träume, denke darüber nach und setze mit deinem Verstand die richtigen Impulse.

Das schaffst du am besten mit Autosuggestion. Durch Autosuggestion kannst du deinem Unterbewusstsein beibringen, dich an Träume zu erinnern. Dies schaffst du am besten durch Affirmationen. Affirmationen sind kurze Sätze, die du dir (meist in Gedanken) immer wieder sagst, um den Inhalt zu verinnerlichen.

Eine machtvolle Affirmation in Bezug auf die Traumerinnerung ist „Ich erinnere mich an meine Träume“. Sage dir diese Affirmation immer wieder während du im Bett liegst. Sie sollte der letzte Gedanken sein, bevor du einschläfst. Auch tagsüber kannst du diese Affirmation benutzen.

Das Wichtige hieran ist, dass du sie mit einem guten, positiven Gefühl sagst. Wenn du glaubst, dass es sowieso nicht funktioniert, dann wird es wahrscheinlich auch nicht funktionieren. Du musst davon überzeugt sein, dass du dich an deine Träume erinnern kannst, wenn du es willst. Stelle dir dabei vor, wie es wäre, wenn du dich bereits an deine Träume erinnern könntest. Versetze dich in den angestrebten Bewusstseinszustand um der Affirmation Kraft zu verleihen. Ganz nach dem Motto „So tun als ob, bis man es kann.“

Wenn dir diese Affirmation nicht gefällt, kannst du dir auch eine andere ausdenken. Du solltest jedoch darauf achten, dass sie positiv formuliert und nicht zu lang ist. „Ich habe keine schlechte Traumerinnerung mehr“ wäre uneffektiv, da deine Aufmerksamkeit dann auf der schlechten Traumerinnerung liegt. Besser wäre: „Meine Traumerinnerung ist gut“ oder „Beim Aufwachen erinnere ich mich an meine Träume.“

Das kritische Bewusstsein

Kritisches Bewusstsein und Reality ChecksEin kritisches Bewusstsein ist neben der Traumerinnerung die wichtigste Eigenschaft, die du für das luzide Träumen benötigst. Im Grunde genommen ist das kritische Bewusstsein nichts anderes als kritisches Hinterfragen deiner Realität und Wahrnehmung. Nimm dir dafür täglich ein paar Momente in deinem alltäglichen Leben, in denen du innehältst und dir deine Umgebung und aktuelle Situation genau anschaust.

Wo bist du gerade, was machst du und wie sieht alles um dich herum aus? Schaue dich genau um. Probiere deine Umgebung so detailreich wie möglich wahrzunehmen. Frage dich dabei, ob das ein Traum sein könnte. Herrschen physikalische Gesetze? Läuft alles „normal“ ab? Es ist gut, wenn du dabei deinen analytischen Verstand einbeziehst.

Was auch gut funktioniert ist, wenn du dich fragst, wie du dahin gekommen bist, wo du dich gerade befindest. Gehe also in deinem Gedächtnis zurück und überlege, was du vorher gemacht hast. Da du in einem Traum plötzlich in Szenen rein springst, wirst du nicht wissen, wie du dahin gekommen bist. Wer den Film Inception gesehen hat weiß, was ich meine. Das ist eine Art Reality Check.

Reality Checks als Ergänzung zum kritischen Bewusstsein

Mit sogeannten Reality Checks (RC) kannst du das kritische Bewusstsein noch effektiver benutzen. Ein Reality Check ist, wie es der Name schon sagt, eine Überprüfung der Realität. Das machst du zwar mit deinem kritischen Bewusstsein schon, mit einem Reality Check kannst du das Luzid-Werden im Traum jedoch erleichtern.

Suche dir einen Reality Check aus und verbinde diesen dann mit deinem kritischen Bewusstsein. Führe diesen aus nachdem du dich fragst, ob das gerade ein Traum ist. Dabei ist es wichtig, dass du nicht eine mechanische Praxis daraus machst. Das kritische Gefühl ist das Wichtigste. Der Reality Check dient nur zur Überprüfung und hilft dabei, luzid zu werden.

Es gibt hunderte Reality Checks und es ist auch kein Problem, wenn du dir selbst einen ausdenkst. Die drei verbreitetsten Reality Checks sind:

  • Hand-RC: Der Hand-RC ist der wohl beliebteste Reality Check. Du musst dir dafür nur deine Hände ansehen und schauen, ob alles normal ist. Sieh sie dir genau an, suche nach Abweichungen und zähle deine Finger. Im Traum haben die eigenen Hände meist ein paar Finger zu viel oder andere Abnormalitäten wie eine andere Farbe oder Form.
  • Nasen-RC: Bei dem Nasen-RC hältst du dir die Nase zu und probierst währenddessen zu atmen. Im Wachleben ist dies natürlich nicht möglich – im Traum jedoch schon. Der Nasen-RC ist mein Favorit, da es ein wirklich lustiges Gefühl ist, durch die geschlossene Nase zu atmen und so luzid zu werden. Er ist wie der Hand-RC jederzeit durchführbar, für Mitmenschen scheint er jedoch etwas merkwürdiger.
  • Finger-RC: Bei dem Finger-RC probierst du, mit deinen Fingern durch einen festen Gegenstand durchzufassen. Dieser Gegenstand kann zum Beispiel deine andere Hand oder ein Tisch sein. Da ein Traum feinstofflicher Natur ist, kann man darin durch Gegenstände greifen – auch ein cooles Gefühl.

Traumzeichen erkennen und benutzen

Wenn deine Traumerinnerung schon besser geworden ist und du dich jede Nacht an ein paar Träume erinnern kannst, fallen dir vielleicht wiederkehrende Dinge auf – sogenannte Traumzeichen. Diese können sich auf die verschiedensten Weisen bemerkbar machen. Es können Personen, Orte, Gegenstände, Erlebnisse und vieles weiteres sein.

Lies dir in deinem Traumtagebuch deine aufgezeichneten Träume noch einmal durch und suche nach wiederkehrenden Dingen. Es könnte sein, dass du im Traum oft durch Türen gehst oder ein gelbes Auto siehst. Es können aber auch viel abstraktere Dinge sein, wie ein Drache der häufig an dir vorbeifliegt oder ein pinker Elephant, der mit dir spricht.

Ist dein Traumzeichen etwas, was du im Wachleben oft siehst oder erlebst, lässt sich das wunderbar mit dem kritischen Bewusstsein und einem Reality Check verbinden. Du verstehst vielleicht schon, worauf ich hinaus will. Ich gebe dir trotzdem ein kurzes Beispiel.

Angenommen dein Traumzeichen ist ein gelbes Auto, welches in deinen Träumen oft erscheint und dir auffällt. Wenn du nun im Wachleben immer deine Realität kritisch hinterfragst und einen Reality Check machst, während du ein gelbes Auto siehst, wirst du das auch im Traum machen. Sobald du deinem Unterbewusstsein diese Konditionierung beigebracht hast, wirst du das nächste mal, wenn du im Traum ein gelbes Auto siehst deine Realität hinterfragen und den Traum erkennen.

Oft ist ein Traumzeichen jedoch etwas komplexeres als ein gelbes Auto. In meinem Fall ist das Traumzeichen ein Besuch auf einem bestimmten Festival, welches jedoch nur einmal im Jahr ist. Es ist dementsprechend nicht so einfach, dieses Traumzeichen mit dem kritischen Bewusstsein zu verbinden. Das ist aber nicht schlimm, da es auch ohne geht. Wenn du jedoch ein Traumzeichen hast, welches auch in deinem Alltag präsent ist: Nutze es!

Luzides Träumen lernen: Die Klartraum-Techniken

Klarträumen lernenNeben dem kritischen Bewusstsein in Verbindung mit Reality Checks gibt es es noch viele weiter Klartraumtechniken. Diese teilen sich auf in DILD- und WILD-Techniken. DILD steht für Dream-Induced-Lucid-Dreams, also für Klarträume, die aus einem normalen Trübtraum entstehen.

Die Basis für diese Techniken legen wir über den Tag verteilt oder vor dem Einschlafen. Das kritische Bewusstsein und Reality Checks sind DILD-Techniken. WILD steht für Wake-Induced-Lucid-Dreams. Bei diesen Techniken trittst du direkt aus dem Wachzustand in einen Traum ein.

Ich stelle dir jetzt ein paar weitere Techniken vor. Die besten Erfolge wirst du erzielen, wenn du kritisches Bewusstsein, Reality Checks und eine der folgenden Techniken miteinander kombinierst.

WBTB (Wake-Back-To-Bed)

Wake-back-to-bed ist eine Hilfstechnik für das luzide Träumen und wird meistens in Kombination mit einer weiteren Technik angewandt. Auf Deutsch heißt es soviel wie „Aufwachen-und-zurück-ins-Bett-gehen“. Genau das beschreibt auch die ganze Technik.

Schritt 1: Gehe möglichst zeitig ins Bett und schlafe 4-6 Stunden. Stelle dir einen Wecker oder lasse dich andersweitig wecken. Die optimale Schlafdauer ist von Mensch zu Mensch verschieden, probiere also etwas rum.

Schritt 2: Stehe dann auf und halte dich 10-60 Minuten wach. Wie lange du wach bleibst, liegt bei dir. Wichtig ist, dass du nicht zu wach bist, damit du wieder einschlafen kannst. Du solltest aber auch nicht zu müde sein, um deine Klartraum-Technik mit vollem Bewusstsein durchführen zu können.

In der Wachphase ist es sinnvoll, wenn du dich mit (deinen) Klarträumen beschäftigst. Mache dir Gedanken darüber, was du im Zustand der Luzidität machen willst – setze dir Ziele für den Klartraum. Willst du fliegen oder dich mit Traumcharakteren unterhalten? Visualisere dein Ziel. Du kannst außerdem etwas über das luzide Träumen lesen (vorzugsweise in deinem Traumtagebuch) und deine Technik nochmal durchgehen.

Schritt 3: Lege dich wieder hin. Du kannst nun deine Klartraum-Technik ausführen oder einfach mit der Intention einschlafen, einen Klartraum zu haben. Wenn du im Wachleben oft dein kritisches Bewusstsein benutzt und Reality Checks durchführst, kann die Intention während eines WBTBs oft schon reichen, um einen Klartraum zu haben.

Warum funktioniert WBTB?

Du fragst dich sicher, warum WBTB die Chancen auf einen Klartraum erhöht. Der Grund dafür sind unsere verschiedenen Schlafphasen. Ganz grob gesagt können wir unseren Schlaf in 2 Phasen aufteilen: Den REM-Schlaf und den non-REM-Schlaf. Diese sind in weitere Phasen unterteilt, aber zum Verständnis reichen diese zwei. REM steht für Rapid-Eye-Movement, also für „Schnelle-Augenbewegungen“. Das ist die Schlafphase, in der du träumst.

Diese zwei Phasen bilden einen Zyklus der sich immer wiederholt: Zuerst bist du im REM-Schlaf, gehst dann in den non-REM-Schlaf über, bis du wieder den REM-Schlaf erreichst. Dieser Zyklus wiederholt sich jede Nacht ca. 5-6 mal.

Du bist also auch direkt nach dem Einschlafen in einer REM-Phase. Das Problem ist, dass diese sehr kurz ist. Die Länge der REM-Phasen nimmt mit der Dauer des Schlafes jedoch zu, während die Länge der non-REM-Phasen abnimmt. Das ist der Grund dafür, dass WBTB eine so hervorragende Technik ist. Die Chance, während eines WBTBs in eine lange REM-Phase einzutreten ist sehr hoch, was die Aussichten auf einen Klartraum verbessert und die Durchführung einer ergänzenden Technik unheimlich erleichtert.

Ein anderer, nicht zu vergessener Faktor ist, dass du während eines WBTB’s in einem perfekten Zustand bist, um einen Klartraum zu haben. Körper und Geist sind entspannt und frei von alltäglichem Stress. Das hat positiven Einfluss auf die Luzidität deiner Träume.

Mittagsschlaf ist ebenfalls eine Form von WBTB, da du bei einem Nickerchen in der Regel auch direkt in eine REM-Phase einsteigst. Sollte es für dich problematisch sein mitten in der Nacht aufzustehen, ist ein Nickerchen am Tag also eine gute Alternative.

SSILD (SenSe-Induced-Lucid-Dream)

Bei der SSILD-Technik induzierst du einen Klartraum mit Hilfe deiner Sinne. Das Coole an dieser Technik ist, dass es eine Mischung aus DILD und WILD ist. Du hast also die Möglichkeit, mit vollem Bewusstsein in einen Traum einzusteigen, oder erst einzuschlafen und dann im Traum bewusst zu werden.

Die Grundlage der SSILD-Technik ist ein Zyklus, welcher aus drei Schritten besteht. In welcher Reihenfolge du diesen Zyklus ausführst, ist dir überlassen. Ich empfinde es jedoch als sinnvoll, mit dem Fühlen anzufangen, da du taktil in der Regel am meisten Eindrücke wahrnehmen kannst.

1. Fokus auf das Fühlen: Verlagere dafür dein Bewusstsein in deinen physischen Körper hinein. Spüre das Gewicht deiner Decke auf dir, die Temperatur deiner Umgebung, deinen Herzschlag… Probiere so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln. Halte auch nach ungewöhnlichen Gefühlen ausschau: Dreh- oder Rotationsempfindungen, Vibrationen, Kribbeln usw.

2. Fokus auf das Sehen: Beobachte mit geschlossenen Augen die Dunkelheit, die du mit deinem geistigen Auge wahrnimmst. Es können sich nach der Zeit auch Farben und Muster bemerkbar machen. Wichtig ist, dass du deine Augen entspannst und sie nicht bewegst. Es ist nicht schlimm, wenn du nichts als Schwärze sehen kannst. Die Hauptsache ist, dass du dich auf deine visuellen Eindrücke konzentrierst.

3. Fokus auf das Hören: Verlagere nun deine Aufmerksamkeit auf das Hören. Probiere so viele Geräusche wie möglich wahrzunehmen. Dies können Geräusche aus der Umgebung sein, oder Geräusche die dein Körper macht. Hierbei ist es ebenfalls nicht wichtig, ob und was du hörst. Viel wichtiger ist es, dass du dich auf dein Geräuschempfinden konzentrierst und die anderen Sinne in den Hintergrund geraten.

Dieser Zyklus hilft uns dabei, auch während eines Traumes bewusst bei unseren Sinnen zu bleiben und diese wahrzunehmen. Dadurch erkennen wir dann, dass es sich um einen Traum handelt. Es ist nicht wichtig, ob wir während der Durchführung besondere Eindrücke wahrnehmen. Keinenfalls sollten wir probieren, irgendetwas zu erzwingen. Wie bei so vielen Praktiken ist es wichtig, einfach loszulassen und die Beobachter-Position einzunehmen.

Durchführung:

Schritt 1: Gehe ins Bett und lege dich in eine für dich ungewöhnliche Schlafposition. Damit verhinderst du, dass du zu zeitig einschläfst. Wenn du sowieso lange zum einschlafen brauchst, kannst du dich auch in deine normale Schlafposition legen.

Schritt 2: Beginne jetzt den Zyklus durchzuführen. Nimm dir für jeden Sinn 5-10 Sekunden Zeit und gehe dann zum nächsten über. Wiederhole den Zyklus in dieser Geschwindigkeit ca. 5 mal.

Schritt 3: Verlängere nun die Dauer des Zyklus. Während der vorherige Schritt als Vorbereitung diente, ist dieser Schritt der Kern von SSILD. Bleibe nun MINDESTENS 30 Sekunden bei jedem Sinn, bevor du zum nächsten übergehst. Ich empfehle den Richtwert von einer gefühlten Minute pro Sinn. Wiederhole diesen Zyklus ca. 3 mal.

Solltest du während der Durchführung aufgrund von Gedanken abgelenkt werden, ist das nicht schlimm. Beginne den Zyklus einfach von vorn und probiere, deine Gedanken loszulassen und sie nur zu beobachten, anstatt dich in sie hereinzuversetzen.

Schritt 4: Nehme nun deine gewöhnliche Schlafposition ein und schlafe ein. Wenn du ganz normal einschläfst, ist deine Chance auf einen DILD sehr hoch. Solltest du hypnagoge Halluzinationen (Bilder, Klänge, Empfindungen) wahrnehmen, beobachte diese als passiver Zuschauer und probiere nicht zu aufgeregt zu werden. Leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber ein ruhiger Verstand ist in dieser Phase wichtig, damit dein Unterbewusstsein eine Traumszene aufbauen kann. Analysiere nicht was du siehst, sondern schaue es dir einfach an. Sobald sich eine Szene aufgebaut hat und deine Empfindungen gestärkt sind, bewege dich in deinem Traumkörper und mache einen Reality Check.

Sei nicht demotiviert, wenn du nicht luzid geworden bist. Man braucht immer etwas Übung, bis man mit einer Technik den ersten Erfolg verzeichnen kann. Probiere es in der nächsten Nacht einfach noch einmal.

Während eines WBTBs ist diese Technik am effektivsten. Du kannst sie jedoch auch Abends vor dem Schlafen Gehen ausführen, um einen DILD zu induzieren.

VILD (Visually-Induced-Lucid-Dream)

Bei der VILD-Technik induzierst du Klarträume mit Hilfe einer vorher ausgedachten Traumszene. Diese Technik ist vor allem für visuell veranlagte Menschen geeignet, kann aber prinzipiell von jedem erfolgreich angewandt werden.

Schritt 1: Gestaltung der Traumszene

Als erstes musst du dir eine Traumszene ausdenken, durch welche du luzid werden willst. Diese Szene sollte vor allem eins sein: simpel. Vermeide unnötig viele Details. Es ist außerdem wichtig, dass die Szene einen Reality Check enthält. Du kannst in die Szene auch ein Traumzeichen oder eine vertraute Person einbauen. Ein Beispiel für eine solche Szene wäre:

„Ich laufe durch den Park und sehe meinen Freund Hans auf der Bank sitzen. Ich begrüße ihn und setze mich neben ihn. Er guckt mich verwirrt an und sagt: „Du weißt schon, dass du träumst, oder?“ Daraufhin mache ich einen Reality Check. Dieser funktioniert, als wäre ich wirklich in einem Traum. Ich verabschiede von Hans und gehe weiter.“

Schreibe dir diese Szene dann auf ein leeres Blatt Papier. Um deinen Unterbewusstsein den Wert dieser Szene zu vermitteln, kannst du das gefaltete Stück Papier immer in deiner Hostentasche dabei haben.

Schritt 2: Visualisierung der Traumszene

Sobald du ins Bett gehst, nimm das Stück Papier und lege es unter dein Kopfkissen. Dies vermittelt deinem Unterbewusstsein wieder, dass diese Szene eine wichtige Bedeutung hat. Entspanne dich nun und beginne die Szene zu visualisieren. Lasse die Szene immer wieder vor deinem geistigen Auge abspielen, wie einen Film, der sich ständig wiederholt. Füge der Szene währenddessen nichts hinzu. Höchstwahrscheinlich werden hier und da andere Gedanken auftauchen. Ignoriere diese einfach und bleibe bei deiner Szene, bis du einschläfst.

Schritt 3: Nach dem Einschlafen

Wenn du eingeschlafen bist wird dein Unterbewusstsein diese Szene weiterhin durchgehen. Sobald du dann eine REM-Phase erreichst, wird sich diese Szene als Traum manifestieren. Der Reality Check in der Traumszene wird dann dafür sorgen, dass du im Traum luzid wirst. Wende der Szene dann den Rücken zu und gehe die Traumwelt erkunden.

Der Knackpunkt bei dieser Technik ist, dass du einschläfst, während du die Szene im Kopf durchgehst. Dafür ist ein ruhiger Geist und ein entspannter Körper notwendig. Meditation sowie körperliche Entspannungsübungen können dabei sehr hilfreich sein.

Klassisches WILD (Wake-Induced-Lucid-Dream)

Wie oben schon kurz erwähnt, trittst du bei der WILD-Technik direkt aus dem Wachzustand in einen Traum ein, ohne vorher das Bewusstsein zu verlieren. WILD ist zwar der direkteste Weg in einen Klartraum, dafür in der Regel jedoch der am schwersten erlernbare.

Das liegt daran, dass WILD keine wirkliche „Technik“ ist, sondern vielmehr ein meditativer Prozess, bei dem du bewusst bei der Entstehung und dem Einstieg in einen Traum dabei bist.

Ich werde dir EINEN Weg vorstellen, wie du einen WILD erreichen kannst. Sei dir jedoch bewusst, dass vor allem „WILDen“ sehr individuell ist und du womöglich an vielen Schrauben drehen musst, bis du den besten Weg für dich gefunden hast.

Schritt 1: Vorbereitung

Suche dir eine Nacht heraus und setze die Intention durch WILD in einen Klartraum zu gelangen. Denke tagsüber darüber nach und freue dich darauf. Sorge dann für eine friedliche, ruhige Umbegung, damit du dich entspannen kannst.

Absolute Dunkelheit und Stille sind bei einem WILD von großem Vorteil. Ich selbst benutze eine Schlafmaske um meine Augen vor jeglichem Lichteinfluss (in meinem Fall Laternen auf der Straße) zu schützen. Ohrstöpsel können auch von Vorteil sein, sind aber meist nicht notwendig.

Wenn du dir mit deinem Partner ein Bett teilst, kannst du während des WBTB auf ein Sofa oder Gästebett umziehen.

Für keine andere Technik ist WBTB so wichtig wie für WILD. Da du hier direkt in einen Traum einsteigst, musst du die Technik vor einer REM-Phase ansetzen. Du träumst zwar auch in anderen Schlafphasen, aber das nur spärlich.

Wenn du am Abend die WILD-Technik probierst, wirst du erst die non-REM-Phasen abwarten müssen, bis sich ein stabiler Traum bildet. Dies kann unterschiedlich lange dauern, etwa 60-180 Minuten. Verbinde WILD also mit WBTB. Vor allem dann, wenn du Anfänger bist.

Schritt 2: Entspannung

Um einen WILD erfolgreich durchzuführen muss dein Körper und Geist in einem entspannten Zustand sein. Lege dich in eine gemütliche Position und schließe deine Augen. Beginne deinen Körper zu entspannen. Spanne dafür alle deine Muskeln für ein paar Sekunden an und lasse sie dann locker.

Gehe dann mit deiner Aufmerksamkeit zu deinen Füßen und spüre, wie sie sich entspannen und langsam im Bett versinken. Mache dann mit den Waden weiter und arbeite dich bis hoch zum Kopf. Nimm dir für jeden Bereich solange Zeit wie du brauchst. Wenn dein gesamter Körper, sowie Nacken und Gesicht entspannt sind und du keine Verspannungen mehr spürst, wandere mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Atem. Nimm den Atemrhytmus an den du hast, während du schläfst. Dieser ist in der Regel ruhig und langsam und stellt sich bei tiefer Entspannung von selbst ein.

Schritt 3: Einschlafen

Körper und Geist sind nun entspannt und sind bereit zum Einschlafen. Bringe dich in deine normale Einschlafposition, falls du es noch nicht bist. Das Ziel jetzt ist, die Aufmerksamkeit auf den Körper komplett zu verlieren um komplett in den Geist einzutauchen. Um das zu erreichen, lasse deine Aufmerksamkeit bei einer bestimmten Sache. Dies kann sein:

  • Zahlen zählen. Um bei Bewusstsein zu bleiben kannst du von 1 anfangen zu zählen und dabei diese Zahlen visualisieren. Ähnlich wie das Schäfchen zählen als Kind, nur dass du dir keine Schafe vorstellst, sondern die Zahlen. Visualisiere die Zahlen vor deinem geistigen Auge.
  • ein Bild. Dies kann von einer Blume bis zu einem Buchstaben alles sein. Am besten du verbindest mit diesem Bild etwas. Ein Gegenstand ist auch möglich. Es sollte jedoch nicht zu komplex sein.
  • ein Mantra. Ein Mantra ist ein kurzer Satz, den du im Geiste ständig wiederholst. Ein solches Mantra ist z.B.: „Ich träume.“ oder „Ich habe einen Klartraum.“

Deine Gedanken werden sich nach und nach verstreuen. Lasse dich davon jedoch nicht ablenken, sondern bleibe mit deiner Aufmerksamkeit bei der einen Sache. Dies machst du solange bis du in den REM-Schlaf kommst.

Schritt 4: Einstieg in den Traum

Wenn der REM-Schlaf beginnt wirst du hypnagoge Halluzinationen wahrnehmen. Diese können sich als Bilder, Klänge oder Gefühle bemerkbar machen. Wenn man dies zum ersten mal erlebt, kann es sehr atemberaubend sein. Solltest du darauf jedoch zu euphorisch oder generell zu emotional reagieren, wirst du höchstwahrscheinlich aufwachen. Bleibe also entspannt und bewahre Ruhe. Sei dir bewusst, dass du sicher bist und dir nichts passieren kann.

Sobald sich der REM-Schlaf komplett eingestellt hat, beginnt der Traum. Dies kann sehr plötzlich passieren. Aus einer vorherigen Visualisation oder Halluzination kann plötzlich eine ganze Szene werden. Bleibe nach wie vor entspannt und beginne mit deiner Umgebung zu interagieren. Stabilisiere dich im Traum indem du deine Sinne anfängst zu benutzen. Solltest du aus dem Traum rausfliegen ist das nicht unbedingt das Ende des WILDs. Wenn du noch entspannt bist, visualisiere die Szene in der du gerade warst und du wirst wieder in den Traum eintauchen.

Dies ist EINE Möglichkeit einen WILD hervorzurufen. Wie ich am Anfang jedoch schon gesagt habe, ist WILD etwas sehr individuelles und kann nur durch genug Eigeninitiative gelernt werden. Du musst den Spagat zwischen Wachsein und Schlaf lernen um diese Technik erfolgreich anzuwenden.

Dabei ist es wichtig, dass du deinen Einschlafprozess studierst und diesen simulieren kannst. Dies lernst du indem du es tust. Mit jedem Versuch wirst du besser und irgendwann stellt sich auch der erste Erfolg ein.

Viele WILD-Lehrer sagen, man dürfe sich nicht bewegen, da man sonst den Körper aufweckt. Dies stimmt auch weitesgehend, wenn dir jedoch unwohl ist oder die Position unbequem ist, dann solltest du sie ändern anstatt dich darauf zu verharren, bewegungslos dazuliegen. Entspannung steht im Vordergrund, alles andere kommt danach.

Wenn du Probleme mit dem Schluckreflex hast, probiere eine seitliche Lage oder stütze deinen Kopf mit einem weiteren Kissen, wenn du auf dem Rücken liegst. So kann der Speichel besser ablaufen.

DEILD (Dream-Exit-Induced-Lucid-Dream)

Die DEILD-Technik ist eine Abwandlung des klassischen WILDs. Bei DEILDs handelt es sich um Klarträume, die durch ein Erwachen aus einem vorherigen Traum hervorgerufen werden. Diese Technik ist vor allem für Menschen mit einem leichten Schlaf zu empfehlen bzw. für Menschen, die Nachts auf natürliche Weise öfters aufwachen.

Dabei ist es wichtig, nach dem Aufwachen still liegen zu bleiben und dem Körper vorzugaukeln noch zu schlafen. Dann beginnt der normale Prozess eines WILDs. Mit Autosuggestion am Abend kannst du die Chancen auf ein DEILD und ein bewusstes Aufwachen erhöhen.

Du kannst die DEILD-Technik auch dafür verwenden, mehrere luzide Träume nacheinander zu haben. Dies kann Anfangs sehr hilfreich sein, wenn du noch Probleme mit der Stabilisierung deiner Träume hast.

Autosuggestion

Bei der Autosuggestion trainierst du deinem Unterbewusstsein einen bestimmten Glaubenssatz an. Dies erreichst du durch das Wiederholen von Affirmationen. Autosuggestion kann prinzipiell für jeden Lebensbereich förderlich sein. In diesem Fall benutzen wir sie natürlich für unseren Schlaf und unsere Träume.

Die Affirmationen kannst du über den Tag verteilt einsetzen. Die Erfolgschancen erhöhen sich, wenn du sie vor dem Schlafen gehen verstärkt benutzt. Der letzte Gedanke vor dem Einschlafen ist sehr kraftvoll.

Du kannst durch Autosuggestion nicht nur deine Chance auf Klarträume erhöhen, sondern auch deine Traumerinnerung, Traumstabilität, Traumitensität usw. verbessern.

Ziele richtig formulieren

Um den höchsten Nutzen aus der Arbeit mit Autosuggestion zu gewinnen, solltest du deine Ziele möglichst klar und positiv formulieren. Wähle die Worte deiner Affirmation bewusst. Viele Leute behaupten, das Unterbewusstsein kenne kein „nein“. Ob das nun stimmt oder nicht ist irrelevant. Fakt ist, dass das Unterbewusstsein mit dem arbeitet, was es hat.

Wenn du ihm den Satz „Ich werde in einem Trübträum bewusst“ gibst, arbeitet es mit dem Wort „Trübtraum“. Der Zusammenhang zwischen „Trübtraum“ und „bewusst“ geht womöglich verloren. Das könnte kontraproduktiv wirken.

Stattdessen solltest du ihm einen Satz wie „Ich habe heute/jetzt einen Klartraum“ geben. Dabei geht die Aufmerksamkeit auf das Wort „Klartraum“, welches dein Ziel klar formuliert. Die Wörter „heute/jetzt“ verstärken deine Intention nochmal. Du willst nicht irgendwann einen Klartraum haben, sondern so zeitnah wie möglich.

Wichtig: Suche dir eine Affirmation aus mit der dich identifizeren kannst. Das positive Gefühl hinter der Affirmation ist der Schlüssel zum Erfolg. Achte vor allem auf deinen Bewusstseinszustand, während du die Affirmationen wiederholst. Wenn du sie einfach nur herunterleierst, ohne dabei etwas positives zu empfinden, wirst du keinen Erfolg haben.

Halte dir dein Ziel vor Augen und wisse, dass die Affirmationen dir zum Erfolg verhelfen werden. Denn genau dann werden sie es auch tun.

Klartraum stabilisieren

Nachdem du es nun geschafft hast in einen Klartraum zu gelangen, willst du natürlich so lange wie möglich in diesem Zustand verweilen um die Traumwelt zu erkunden. Als Anfänger ist es jedoch nicht selten, dass die Klarträume nur ein paar Sekunden dauern und man direkt wieder rausfliegt.

Der Grund dafür ist meist die Aufregung im Moment des Bewusstwerdens oder ein ablenkender Gedanke. Das ist ärgerlich. Deshalb ist es wichtig, den Klarraum zu stabiliseren. Dies erreichst du, indem du dich mit der Traumwelt vertraut machst. Du musst deine Sinne an die neue Umgebung gewöhnen.

Es gibt verschiedene Techniken, die du im Traum anwenden kannst. Wie effektiv eine Technik ist unterscheidet sich von Person zu Person, da alle diese Techniken auf dem Placebo-Effekt beruhen. Im Endeffekt geht es nur darum, einen klaren Kopf zu bewahren um ruhig und bewusst zu bleiben. Wie du das letztendlich machst, ist dir überlassen.

Beliebte Techniken sind:

  • Hände aneinander reiben und auf die entstehende Wärme konzentrieren
  • die Aufmerksamkeit auf den Atem richten und diesen beruhigen
  • den eigenen Körper, Gegenstände in der Umgebung usw. abtasten
  • bewusste Befehle geben. „Klarheit! Sofort“ oder ähnliches rufen
  • im Kreis drehen
  • auf ein spezifischen Sinn konzentrieren (Sinne können im Traum intensiver sein, als im Wachleben)
  • die Umgebung genau anschauen und die Sicht schärfen
  • die Willenskraft benutzen
  • einen Reality Check durchführen

Du wirst feststellen, dass eine Technik besser funktioniert als die andere. Im Kreis drehen wirkt bei mir zum Beispiel kontraproduktiv. Dabei verliere ich den Fokus und der Traum trübt sich. Ich bevorzuge es, bewusste Befehle an mein Unterbewusstsein zu geben. Experimentiere einfach ein bisschen rum, bis du die passende Technik für dich gefunden hast.

Falsches Erwachen

Sobald du damit beginnst dich mit deinen Träumen auseinander zu setzen, wirst du wahrscheinlich das ein oder andere falsche Erwachen erleben. Dies beschreibt einen Traum, indem du träumst, dass du aufwachst. Dies fühlt sich in der Regel komplett real an und man merkt erst am nächsten Morgen, dass es nur ein Traum war. Wie es mit Träumen halt so ist.

Ein falsches Erwachen tritt oft nach einem Traum auf. Du denkst also, du seist aus einem Traum aufgewacht, doch dabei hat sich nur die Szene verändert und du bist noch immer im Traumzustand. Das ist ziemlich cool, denn damit kannst du arbeiten.

Um daraus einen Nutzen zu ziehen solltest du dir angewöhnen, immer einen Reality Check zu machen, nachdem du aufwachst. So wirkst du dem falschen Erwachen entgegen und hast damit gleichzeitig die Chance auf einen DILD.

Meditation als Hilfsmittel

Meditieren aktiviert das Bewusstsein und ist für jeden Lebensbereich hilfreich. Es ist jedoch nicht nur deshalb förderlich für das Klarträumen. Im Zustand der Meditation wird der frontale Kortex aktiviert, die selbe Gehirnregion, die im Zustand der Luzidität aktiv ist. Wenn wir diese Gehirnregion im Wachleben verstärkt beanspruchen, tun wir das auch im Schlaf. Somit fällt es uns leichter, luzide Träume einzuleiten.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten in den Zustand der Meditation zu gelangen und das Bewusstsein zu erweitern. In meinem Anfänger-Artikel über Meditation, stelle ich dir eine Standard-Mediationstechnik vor. Verbinde diese mit einer Klartraum-Technik (z.B. während des WBTB oder vor dem Schlafengehen) um das Luzid-Werden zu erleichtern.

Die Möglichkeiten im Klartraum

Wie du dir vielleicht schon vorstellen kannst ist es möglich, während eines Klartraums jede vorstellbare Phantasie auszuleben. Du bist der Schöpfer deines Traumes und alles was du dir vorstellen kannst, kannst du auch erleben.

Das ist zwar alles verdammt cool, es gibt jedoch noch viel mehr als das. Klarträume sind eine wunderbare Möglichkeit um zu wachsen, sich weiterzuentwickeln und selbst besser kennen zu lernen.

Im Klartraum Ängste besiegen

Während eines Klartraums besteht die Möglichkeit Ängste zu konfrontieren. Ängste entstehen im Kopf und genau dort mussst du sie anpacken, um sie zu besiegen. Dafür sind Klarträume perfekt. Du kannst dir Szenarien bauen, in denen du deinen schlimmsten Ängsten begegnest. Da es nur ein Traum ist, fällt es dir leichter diese zu konfrontieren.

Du denkst jetzt vielleicht „Nur weil ich in einem Traum die Angst konfrontieren kann, muss ich das nicht auch gleich im Wachleben können.“ Das stimmt natürlich. Aber wenn du dich im Klartraum in so eine Situation versetzt merkst du, dass es nichts gibt, wovor du dich fürchten musst. Du erkennst, dass deine Ängste nur Produkte deiner Vorstellungen von etwas sind. Sie sind nicht real, haben keine Substanz. Und diese Erkenntnis ist sehr hilfreich.

Im Klartraum lernen und trainieren

Du kannst in einem luzidem Traum außerdem Dinge lernen und trainieren. Viele Sportler praktizieren das luzide Träume und Bewegungsabläufe zu optimieren und zu verbessern. Dies kannst du dir auch zum Vorteil machen.

Nicht nur als Sportler, sondern auch als Musiker, Tänzer oder Ähnlichem kannst du Techniken, Handgriffe und Bewegungen trainieren und vertiefen. Auch wenn du Probleme mit deiner Kommunikation hast, kannst du diese im Klartraum verbessern. Wenn du ein gewisses Grundwissen in einem Bereich hast, kannst du das im Traum vertiefen.

Ängste besiegen, im Klartraum lernen

Neue Sprachen oder ähnliches kannst du natürlich nicht lernen, aber schon vorhandene Sprachkenntnisse kannst du ausbauen. Wenn du z.B. eine Sprache in Wort und Schrift beherrschst, deine Aussprache aber nicht so gut ist, kannst du diese verbessern. So verhält es sich auch mit anderen Dingen.

Während eines Klartraums kannst du dir auch Fragestellungen aus dem Wachleben beantworten. Dies ist einer der interessantesten Punkte des luziden Träumens. In deinem Unterbewusstsein ist alles gespeichert was du je erlebt hast. Und darauf hast du im Klartraum Zugang. Trägst du beispielsweise Probleme aus deiner Kindheit mit dir herum, kannst du dich im Traum mit ihnen auseinandersetzen. Hast du den Namen einer Person vergessen? Frag dein Unterbewusstsein, in ihm ist es gespeichert.

Stelle dafür im Traum einfach eine Frage und warte auf die Antwort. Du kannst dir dein Unterbewusstsein auch als Person vor dir projizieren und dich mit ihm unterhalten. Dein Spiegelbild oder ein anderer Traumcharakter erfüllt den selben Zweck. Sei dir bewusst: Du bist nicht nur der Träumende, sondern auch der Traum.

Wissenschaft & Kunst entdecken

Bekannte Wissenschaftler wie Nikola Tesla und Albert Einstein haben schon von ähnlichen Traumzuständen gesprochen, in denen sie ihre Erfindungen visualisiert haben. Sie haben diese Erfahrungen als Inspiration und kreative Quelle genutzt.

Auch Künstler wie Vincent van Gogh benutzten Klarräume als Inspirationsquelle. „Ich träume meine Gemälde und male meinen Traum.“ ist ein bekanntes Zitat von ihm.

Aus diesem Grund sind für Künstler jeglicher Art die Erfahrungen aus luziden Träumen unglaublich hilfreich. Beispielsweise kannst du dir im Traum eine wundervolle, abstrakte Landschaft erbauen, dir diese einprägen und dann im Wachleben malen. Für Musik oder andere Kunstformen gilt dasselbe. Dir sind da keine Grenzen gesetzt. Überhaupt keine.

Im Klartraum ist natürlich noch viel mehr möglich. Du kannst den Klartraum auch als Sprungbrett für eine Astralreise oder andere überbewusste Zustände benutzen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos und diese zu erkunden macht einen riesigen Spaß.

Fazit

Um das luzide Träumen zu lernen musst du diszipliniert sein, bis du die richtigen Gewohnheiten aufgebaut hast und passende Techniken für dich gefunden hast. Sobald sich der erste Erfolg einstellt wirst du jedoch feststellen, dass es sich gelohnt hat.

Ich hoffe ich konnte dir mit dieser Anleitung die Kunst des luziden Träumens etwas nahe bringen. Es ist lange noch nicht alles gesagt, doch für den Einstieg sollte es reichen. Wenn dir der Artikel gefallen hat oder du Fragen hast, lasse mir einen Kommentar da.

 

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3 Kommentare

  1. Luisa 19. Oktober 2018 at 16:24

    Wow, ein seeehr ausführlicher Beitrag, vielen Dank! Hab wieder was neues gelernt. Die SSILD-Methode zum herbeiführen luzider Träume kannte ich noch garnicht. Jetzt bin ich umso schlauer und werde auch diese Methode demnächst mal ausprobieren! 🙂

    Reply
    1. Valentin Voigt 21. Oktober 2018 at 18:10

      Hey Luisa,

      danke für deinen Kommentar und viel Spaß mit der Technik, sie ist wirklich super! Es wundert mich ja, dass gerade du sie noch nicht kanntest … 😛

      Liebe Grüße,
      Valentin

      Reply
      1. Luisa 29. Oktober 2018 at 18:32

        Ja ich war auch überrascht, dass ich was neues gelesen habe. Ich kenn diese Methode nur in einer ähnlichen Ausführung, und zwar, dass man sich nur auf hypnagoge Bilder , die beim Einschlafen entstehen, konzentriert, anstatt auf alle Sinne in einem zyklusartigen Wechsel. Ist wahrscheinlich die etwas einfachere Abänderung der SSILD-Methode. Da sieht man mal , dass man immer etwas Neues lernen kann 🙂

        Reply

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