Morgenrituale: So gelingt dir der Start in den Tag

Oft entscheidet sich schon am Morgen, wie der restliche Tag verlaufen wird. Wenn morgens alles schief läuft, wird der Rest des Tages meist auch eine Herausforderung. Doch wenn der Morgen entspannt und bewusst verläuft, wird der oft hektische Alltag zu einem Kinderspiel.

Dein eigenes kleines Morgenritual hilft dir dabei, deinen Tag auf einem stabilen Fundament aufzubauen. Dieses Fundament sorgt dafür, dass dich so leicht nichts aus der Ruhe bringen kann und du Aufgaben und Hürden im Alltag mit Leichtigkeit bestehst.

Was nützt ein morgendliches Ritual?

Wenn ein Zug still auf den Schienen steht, könnte selbst ein kleiner Keil vor den Rädern dafür sorgen, dass der Zug sich nicht bewegen kann. Der kleine Keil wird für diese riesige Maschine ein unüberwindbares Hindernis. Doch wenn der Zug einmal richtig in Schwung ist, kann ihn so gut wie nichts mehr aufhalten.

So ist es auch mit uns Menschen. Wenn wir nicht in Fahrt sind, können uns selbst kleine Irritationen aus der Bahn werfen. Doch haben wir einmal ein gewisses Momentum aufgebaut, können wir jede Herausforderung meistern. Dafür sind Morgenrituale da.

Ein entspannter und vor allem bewusster Start in den Tag sorgt dafür, dass wir ebenso entspannt und bewusst durch den Tag gehen. Alles andere fällt leichter, wenn wir schon am Morgen ein paar kleinen „Tätigkeiten“ nachgehen.

Ein Morgenritual hilft dir dabei, mehr Energie für den Tag zu haben.

Dein persönliches Morgenritual

Wenn du dir dein eigenes Morgenritual zusammenstellst, solltest du vor allem auf dich und deine Vorlieben achten. Vermeide jeglichen Zwang, Hektik und Stress. Mache deinen Morgen stattdessen zu einem freien und lockeren Raum, indem du dir Zeit für dich und dein Inneres nimmst.

Du musst aus deinem Morgenritual auch keine Routine machen, die du vehement durchziehst. Entscheide vielmehr intuitiv, was dir jetzt, an diesem Morgen, gut tun würde. Es gibt dennoch drei Aspekte, dessen Beanspruchung ich für jedes morgendliche Ritual empfehle: Körper, Geist und Seele.

Beispiele für gute Morgenrituale

Ein vollständiges Morgenritual unterstützt dich in deiner Gesamtheit und sollte daher jeden Aspekt deines Seins ansprechen. Auch wenn Körper, Geist und Seele nicht voneinander zu betrachtende Dinge sind, gibt es bestimmte Dinge, die den einen Teil mehr ansprechen als den anderen. Im Folgenden habe ich dir die – meiner Meinung nach – besten Morgenrituale aufgelistet.

Für den Körper:

Strechting und sanfte Bewegungen

Um den Körper morgens in Schwung zu bringen sind leichte körperliche Aktivitäten zu empfehlen. Du musst nicht dich dabei nicht verausgaben oder besonders ins Schwitzen kommen. Es geht hauptsächlich darum, die Energie im Körper, nach dem langen Rumliegen in der Nacht, in Bewegung zu bringen.

Ein Ganzkörper-Stretching mit leichten Dehnübungen ist in 5-10 Minuten absolviert. Um den Energiefluss im Körper anzuregen, kannst du aber auch Hatha Yoga, Tai Chi oder ähnliches machen. Suche dir einfach eine körperliche Aktivität aus, die dir gefällt. Auch einfaches Gehen kann einen belebenden Effekt haben.

Ein Glas Wasser trinken

Während des Schlafs erholt sich unser Körper und die Niere und die Leber sorgen für den Abbau von Giftstoffen. Um die zurückgebliebenen Stoffe im Körper auszuscheiden ist es daher sinnvoll, morgens auf leeren Magen ein Glas Wasser zu trinken. Dieses spült die Stoffwechselprodukte heraus und reinigt den Körper.

Um dem Wasser eine belebende Wirkung zu geben, kannst du ihm frisches Zitronenwasser hinzugeben. Dieses macht nicht nur munter, sondern stärkt aufgrund seines Vitamin C Gehalts das Immunsystem. Ein Teelöffel Kurkuma mit etwas Pfeffer ist ebenfalls eine Möglichkeit, um das morgendliche Wasser zu einem stärkendem Drink zu verwandeln.

Den Mund reinigen

Auch im Mund sammeln sich über die Nacht diverse Stoffwechselschlacken an, welche sich an einem schlechten Atem oder einem unreinen Gefühl im Mundraum bemerkbar machen. Um den Mund gründlich zu reinigen, gibt es verschiedene Methoden.

Das einfache Zähneputzen ist der wohl bekannteste Weg, um einen sauberen Mund zu bekommen. Beim Zähneputzen rate ich dir jedoch – entgegen der Meinung von den meisten Zahnärzten – von Fluorid ab. Fluorid beugt Karies vor und hilft dabei, die Zähne zu verkalken (zu verhärten). Das ist zwar praktisch, doch Fluorid verkalkt nicht nur die Zähne, sondern jedes Mineral, mit dem es in Kontakt kommt. So z. B. auch die Zirbeldrüse, ein wichtiges Organ in unserem Gehirn. Insofern du dich gesund ernährst, rate ich dir daher zu einer naturbasierten (veganen) Zahnpasta ohne Fluorid.

Neben dem klassischen Zähneputzen gibt es noch den ayurvedischen Ansatz zur Mundreinigung – das Ölziehen. Beim Ölziehen wird der Mund mit einem Plfanzenöl gespült, um die angesammelten Giftstoffe zu binden und letztlich auszuspucken. Dabei ist darauf zu achten, das Öl samt Giftstoffen in dauerhafter Bewegung zu halten und keinesfalls herunterzuschlucken.

Eine weitere Möglichkeit, um den Mund bzw. die Zunge zu reinigen, ist ein Zungenschaber. Mit diesem lässt sich die Zunge von allen angesammelten Stoffen befreien. Alternativ funktioniert es auch mit einem Teelöffel oder ganz einfach mit der Zahnbürste.

Eine kalte Dusche nehmen

Nach dem Aufstehen zu duschen gehört wahrscheinlich für die meisten Menschen zu einem ganz normalen Morgen. Verständlich, mit einem gereinigtem Körper lässt es sich einfach viel besser in den Tag starten. Wozu ich dich hier jedoch animieren möchte, ist das kalte Duschen.

Kalt zu duschen stärkt nicht nur dein Immunsystem und regt den Blutkreislauf an, es ist auch dahingehend der perfekte Start in den Tag, da es ein Schritt heraus aus deiner Komfortzone ist. Wenn du es am Morgen schaffst, dich von jetzt auf gleich unter einen kalten Wasserstrahl zu stellen und dich zu duschen, fällt dir alles andere tausendmal leichter.

Auf eine skurille Art und Weise ist das kalte Duschen auch eine Achtsamkeitsübung. Sobald das kalte Wasser deine Haut berührt, ist es unmöglich an etwas anderes zu denken, als an das kalte Wasser. Die Konfrontation mit dem gegenwärtigem Erlebnis der Kälte bringt dich somit direkt in das Hier und Jetzt.

Das macht das kalte Duschen zu einem Morgenritual, welches verschiedene Aspekte deines Seins in gleichem Maße anspricht. Versuche es selbst einmal aus, indem du bei jeder Dusche das Wasser ein kleines bisschen kälter drehst, bis du bei der kältesten Stufe angekommen bist.

Für den Geist:

In Dankbarkeit üben

Um mit einem inneren Gefühl von Fülle und Glück in den Tag zu starten, ist das Kultivieren von Dankbarkeit einer der besten Wege. Wenn du dich auf das konzentrierst, wofür du dankbar bist, richtest du dein Bewusstsein auch im Alltag automatisch auf positive Dinge. Statt Hindernissen siehst du nun Möglichkeiten und Wege.

Überlege dir jeden Morgen ein paar Dinge, für die du dankbar bist. Es muss nichts Ausgefallenes sein, auch für kleine Dinge kann man dankbar sein. Schreibe dir diese Punkte auf oder sage sie dir im Geiste auf, doch mache keine mechanische Übung daraus, die du abarbeiten musst. Frage dich wirklich: Wofür bin ich dankbar?

Positive Affirmationen benutzen

Ähnlich wie das Gefühl der Dankbarkeit sorgen auch positive Affirmationen für einen guten Start in den Tag. Dabei ist es vor allem wichtig, dass du ehrlich zu dir bist und Affirmationen wählst, hinter denen du stehst. Affirmieren ist nicht gleichzusetzen mit sturem Einreden. Letztlich geht es darum, bereits vorhandene (positive) Glaubenssätze zu stärken und ins Bewusstsein zu rufen.

Gedanken auf Papier bringen

In meinem Artikel über das Trainieren der Intuition bin ich auf diesen Punkt schon etwas genauer eingegangen. Kurz gesagt geht es darum, sich ständig wiederholende Gedankenschleifen abzuschließen, indem du sie aufs Papier bringst. Sobald ein Gedanke aufgeschrieben ist, kannst du mit ihm abschließen und somit deinen Geist „leeren“.

Du musst dabei keine Struktur oder Ordnung einhalten. Nimm dir einfach Stift und Papier und schreibe wild drauflos. Das hilft dir dabei, dich selbst zu reflektieren und längst überfällige Gedanken gehen zu lassen. Auch vor dem Schlafen ist diese Übung sehr effektiv, um den Kopf frei zu bekommen.

In einem Buch lesen

Anstatt deinen Kopf durch das Schreiben zu entleeren, kannst du ihm auch Impulse setzen und in die für dich fördernde Richtung lenken. Das Lesen von Sachbücher über Dinge, die dich begeistern, ist dafür hervorragend geeignet. Beim Lesen resoniert dein Bewusstsein mit den Worten des Autors und insofern diese Ausrichtung für deine Entwicklung förderlich und positiv ist, sorgt diese Resonanz für einen perfekten Start in den Tag.

Grundsätzlich empfehle ich Sachbücher, die dich direkt ansprechen und zum Handeln bewegen. In meiner Liste von spirituellen Büchern sind viele Bücher dabei, die sich für das Lesen am Morgen gut eignen.

Für die Seele:

Sitzend meditieren

Meditieren ist wohl der Klassiker unter den Morgenritualen. Zu Recht, denn es sorgt nicht nur für einen bewussten Start in den Tag, sondern lässt dich auch die Präsenz deiner Seele deutlich spüren.

Meditation ist jedoch sehr vielfältig und nicht wirklich intellektuell greifbar. Es gibt keine Normen oder Bedingungen an die du dich halten musst, um den Zustand der Meditation zu erreichen. Denn genau das ist Meditation – ein Zustand. Ein Zustand der Verbundenheit – ein Zustand der bewussten Wahrnehmung dessen, was im gegenwärtigen Moment passiert.

Hast du jedoch noch nie eine bewusste meditative Erfahrung gemacht, kann es hilfreich sein, mit dem klassischen Meditieren im Sitzen zu beginnen, um erste Eindrücke zu sammeln. Setze dich dafür einfach hin – bestenfalls in einer natürlichen Körperhaltung – und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Eine ausführliche Herangehensweise findest du in meiner Meditationsanleitung für Anfänger.

In die Natur gehen

In die Natur zu gehen hat denselben Effekt wie das Meditieren. Wenn wir in der Natur sind, schaltet sich der Verstand meist von alleine ab und es ensteht eine tiefe Verbindung mit dem Sein im gegenwärtigen Moment. Gerade für Stadtmenschen wie mich ist die Natur ein friedvoller Zufluchtsort und sorgt für seelische Ruhe und ein tiefes Gefühl von Freiheit.

Wenn du also die Möglichkeit hast, dich schon morgens in der Natur aufzuhalten, dann tue es! Gelegentlich kann man auch in der Stadt noch unberührte Plätze finden, in denen die Verbindung zur Natur hergestellt werden kann.

Einfach mal nichts tun

Vielen Menschen fällt es schwer, einfach mal nichts zu tun. Immer sind wir beschäftigt, physisch oder mental, und wenn das nicht so ist, wird uns langweilig. Das einfache Nichtstun hilft uns dabei, hinter dieser vermeintlichen Langweile eine Fülle von Glück und Frieden zu finden.

Genau genommen können wir gar nicht nichts tun. Irgendetwas tun wir immer. Sei es sitzen, liegen, sehen, hören, atmen oder einfach nur wahrnehmen. Genau in diesem Wahrnehmen von einfachen und alltäglichen Dingen liegt eine tiefe Verbundenheit zu unserem Inneren. Denn das ist die Natur der Seele, wahrnehmen, erfahren und sein, ohne dabei zu bewerten oder zu urteilen.

Ein Abendritual für das Abschließen des Tages

Neben einem Morgenritual kannst du genauso gut ein abendliches Ritual etablieren. Dieses hilft dir dabei, deinen Körper und Geist auf die Nacht vorzubereiten und dadurch erholsamer zu schlafen. Man könnte sogar sagen, dass der Grundstein für ein erfolgreiches Morgenritual schon am Abend gelegt wird.

Deinen Abend kannst du – wie auch deinen Morgen – ganz individuell gestalten. Ich empfehle beruhigende und bewusstseinsfördernde Aktivitäten wie Meditation, Schreiben, Lesen, Spazieren oder eine warmes Bad. Insoweit es dir möglich ist, solltest du elektronische Medien und (helles) künstliches Licht nach Einbruch der Dunkelheit vermeiden, damit die Melatoninproduktion und somit der Tag-Nacht-Rythmus des Körpers nicht gestört wird.

Ein entspanntes Abendritual ist daher sinnvoll, da du durch einen besseren Schlaf morgens besser aus dem Bett kommst und dementsprechend deine Morgenrituale bewusster und aktiver angehen kannst.

Fazit

Der Start in den Tag hat einen großen Einfluss darauf, wie du Aufgaben und Herausforderungen über den Tag bewältigen wirst. Mit den richtigen Morgenritualen kannst du dafür sorgen, Bewusstsein und Entspannung zu kultivieren und den Tag so auf deine Seite zu holen.

Dabei solltest du dir Morgenrituale aussuchen, die dir gefallen und deine verschiedenen Aspekte ansprechen. Ich empfehle stets, den Körper, den Geist und die Seele zu beachten. Vermeide jedoch jegliche Zwänge und entscheide nach Gefühl, was dir heute gut tut und was nicht.

Schreibe mir jetzt deine Erfahrungen mit Morgenritualen oder Morgenroutinen in die Kommentare! Nimmst du dir am Morgen Zeit für dich oder startest du direkt in den (Arbeits-)Tag?

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